Alleinerziehende

Alleinerziehende – Chancen und Risiken

Fast jede vierte Familie in Deutschland ist eine Alleinerziehendenfamilie (22 %) – mit ansteigender Tendenz. Die traditionelle Kernfamilie (71 %) stellt nach wie vor den stärksten Anteil an den Familienformen – mit abnehmender Tendenz. Das seit einiger Zeit pluraler werdende Spektrum von Familien- und Lebensgemeinschaften gewinnt an Akzeptanz und Legitimität.

 

Die Heterogenität der Familienform Alleinerziehend stellt für die Praxis Sozialer Arbeit eine bedeutende Bezugsgröße dar. Rund einem Drittel aller Alleinerziehenden geht es relativ gut, z.B. denjenigen mit einem eher mittleren bis hohen Erwerbseinkommen, mit solider Kinderbetreuung und teils mit einer neuen Partnerschaft. Rund zwei Drittel der Alleinerziehenden leben aber in prekären und unsicheren Situationen. Die Gründe hierfür sind meist multifaktoriell. Beispielsweise verfügen sie über eher schwache berufliche Integration, beziehen staatliche Transferleistungen, haben kaum soziale Netzwerke und berichten über einen Mangel an verlässlicher Kinderbetreuung.

 

Die Unterstützungsmöglichkeiten sollten von daher fallbezogen, feldorientiert und mit gesellschaftlich relevantem Fokus betrachtet werden.

Internet- und Literaturtipps

  • Vorbild für gute Netzwerkarbeit in 2016:
    Das Frankfurter Alleinerziehenden-Netzwerk FAN und der "Wegweiser"
  • Hammer, Veronika (2013): Alleinerziehende - eine Familienform mit gesellschaftlichem Potenzial. In: Bertelsmann-Stiftung (Hg.): LebensUmwege: Alleinerziehende. Zehn Porträts. Verlag Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh, S.192-195.
    Zum Buch.
  • Hammer, Veronika (2011): Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Einelternfamilien in Deutschland. In: Bundeszentrale für gesellschaftliche Aufklärung (Hg.): BZgA FORUM Sexualaufklärung und Familienplanung. Heft 1/2011, S. 3-7. Zum Heft.
  • Jaehrling, Karen / Erlinghagen, Michael u.a. (2012): Arbeitsmarktintegration und sozioökonomische Situation von Alleinerziehenden. Ein empirischer Vergleich: Deutschland, Frankreich, Schweden, Vereinigtes Königreich. IAQ Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg im Auftrag des BMAS Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Forschungsbericht 420. Duisburg. Zum Bericht.